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Wie V2X unsere Autos intelligenter und unsere Strassen sicherer machen kann

V2X

Stellen Sie sich eine Welt vor, wo Sie niemals im Stau sitzen, weil Ihr Auto automatisch den besten Weg zu Ihrem Ziel findet. Wo Ihr Auto bei Störungen die Fehlerdiagnose selbst durchführt und Ihnen den Weg zur nächsten qualifizierten Werkstatt weist. Wo Ihr Auto besseren Kraftstoffverbrauch erreicht, weil Sie kaum an roten Ampeln warten müssen. Wo Autos aktiv miteinander kommunizieren, um Kollisionen zu verhindern. Das und einiges mehr sind die Versprechen von V2X und der Technologie für vernetzte Fahrzeuge.

Was ist V2X?
Mit immer höherer Rechenleistung und verbesserter Wireless‑Technologie in Fahrzeugen erkannten Automobilhersteller das Potenzial für eine Veränderung der Art und Weise, wie wir fahren. Das ist zum V2X‑Konzept geworden. V2X steht für „Vehicle‑to‑X“, wobei X für alles stehen kann, was Ihrem Auto hilft, Sie und Ihre Mitfahrer schneller und sicherer ans Ziel zu bringen. Das V2X‑fähige Auto kann mit anderen Fahrzeugen sowie mit Infrastruktur, wie etwa intelligenten Ampeln, Gebäuden, Verkehrskameras oder sogar Strassen, kommunizieren und verbessert so das Fahrerlebnis.

Die Informationen, die Ihr Auto vom V2X‑Netzwerk abruft und an es sendet, werden zur Verbesserung Ihres Fahrerlebnisses genutzt. Auch die Fahrerlebnisse von anderen Fahrern auf der Strasse werden optimiert. V2X‑Technologie könnte auch Vorteile für Städte bieten, denn mit Daten zu Fahrzeugbewegungen könnte bessere Strassen- und Verkehrsinfrastruktur geschaffen werden.

Intelligentere Autos
Stellen Sie sich vor, Sie gehen aus der Haustür, steigen ins Auto und sobald Sie die Zündung einschalten, verbindet sich Ihr Fahrzeug mit zuhause und prüft ob die Türen abgeschlossen, Lichter ausgeschaltet und das Sicherheitssystem aktiviert ist.

Bald fahren Sie auf die Autobahn. Dort kommuniziert das Auto Ihre Position an Autos in der Nähe, die dann diese Informationen zur Anpassung ihrer Geschwindigkeit und Wege nutzen. So bewegt sich der Verkehr in gleichmässigem Tempo und der Kraftstoffverbrauch für alle wird verbessert. Wenn Sie sich auf einer Strasse einer Kreuzung nähern, kommuniziert Ihr Auto mit der dortigen Ampel, um die beste Anfahrtgeschwindigkeit zu ermitteln oder alternative Routen zu berechnen und so eine grüne Welle zu erhalten. Sie müssen selten anhalten und warten. So sparen Sie Zeit und Sprit.

Bei der Anfahrt zu einem Einkaufszentrum sagen Sie Ihrem Auto, in welchen Laden Sie gehen möchten. Das Auto kommuniziert dann automatisch mit dem Gebäude und leitet Sie zum nächstgelegenen, freien Parkplatz. Das sind nur einige Beispiele für Dinge, die ein V2X‑fähiges Auto erledigen kann.

Sicherere Strassen
Aber bei V2X‑Technologie geht es nicht nur darum, Ihnen Spritkosten zu sparen und einen praktischen Parkplatz zu finden. Sie kann unsere Strassen auch erheblich sicherer machen. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation WHO ereignen sich jährlich 1.27 Millionen tödliche Unfälle auf der ganzen Welt. Viele dieser Todesfälle könnten durch Fahrzeugtechnologie verhindert werden, die sicherheitsrelevante Informationen effektiv an Fahrzeuge weiterleitet, damit Fahrer und Auto besser auf gefährliche Strassenverhältnisse reagieren können.

Mittels Fahrzeug‑zu‑Fahrzeug‑Kommunikation könnten Autos, die im Verkehr feststecken, andere Fahrzeuge in ihrer Umgebung über die Lage informieren, um Auffahrunfälle zu vermeiden. Daten, die von Fahrzeugsensoren wie Radaren, LiDARs (Light Detection And Ranging) und Kameras erfasst werden, werden per V2X‑Kommunikation geteilt, so dass Fahrzeuge „um die Kurve“ schauen können. So werden unmittelbare Gefahren hinter einer Kurve erkannt und Zusammenstösse an Kreuzungen verhindert.

Fahrzeuggeschwindigkeiten, -positionen und -wege können kommuniziert werden, so dass Kollisionen der Vergangenheit angehören können. Diese Werte können auch zur Koordination von Fahrzeugbewegungsmustern genutzt werden, um unnötige Staus zu vermeiden.

Die Technologie und Infrastruktur ist bereits vorhanden
Die Technologie, um V2X zu verwirklichen, gibt es bereits. Seit 1999 arbeiten staatliche Stellen und Automobilhersteller daran, einen Wireless‑Standard für dieses neue Kommunikationsnetzwerk zu realisieren. Dedicated Short Range Communications (DSRC), das Ergebnis dieser Bemühungen, ist ein Wireless‑Protokoll, das speziell für die Kommunikation im Automobilbereich entwickelt wurde. Es zeichnet sich durch eine hohe Übertragungsgeschwindigkeit, niedrige Latenzzeiten, schnelle Netzwerk‑Aufstartzeiten, robuste Sicherheit und sehr hohe Zuverlässigkeit der Verbindungen aus.

Mit Unterstützung von Toyota, GM und anderen grossen OEMs wird DSRC das massgebliche Kommunikationsprotokoll für V2X sein. Gut gemachte Transceiver wie der THEO‑P1 von u‑blox können Verbindungen mit bis zu einem Kilometer Reichweite erreichen und sind sowohl zum US‑amerikanischen WAVE‑Standard als auch zum europäischen Standard ITS G5 DSRC konform.

Neben Wireless‑Kommunikation sind genaue Positionierungsdaten wichtig, wenn die Sicherheitsvorteile von V2X realisiert werden sollen. Während GNSS‑Technologie allein eine adäquate Positionierung für Navigationszwecke bietet, können hochentwickelte GNSS‑Einheiten eine Positionierung mit einer Genauigkeit bis zu einem Meter oder weniger erreichen. Das ermöglicht die für die nächste Generation von V2X vorgesehene Fähigkeit zur Kollisionsvermeidung.

Es klingt zwar noch futuristisch, aber die V2X‑Technologie wird bereits in Europa und Amerika von wichtigen Regierungsbehörden erforscht, und grundlegende V2X‑Funktionen werden allmählich in Serienfahrzeuge integriert. Mit der Technologie, die ein viel sichereres und komfortableres Fahrerlebnis verspricht, befindet sich die Automobilindustrie in einer spannenden Zeit, in der die Konnektivität des Autos genauso wichtig wird wie die Leistung und Kraftstoffeffizienz.