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Vernetzte Sportbekleidung

Prototype shooting jacket that gives feedback on position and stability of the participant’s arm

Elektronik und Sportbekleidung sind keine natürliche Kombination. Die Materialien in beiden Bereichen könnten unterschiedlicher nicht sein. In der Elektronik herrschen harte, starre und fragile Materialien vor, während die Sporttextilien weich, anpassbar, robust und waschbar sind. Bringt man allerdings die beiden Bereiche zusammen, so öffnet sich eine neue Welt mit Möglichkeiten und Innovationen, wie ein Team von Modedesign‑Studenten der Shih Chien University in Taiwan herausfand. Sie nahmen an einem zehntägigen Workshop zu elektronischer Sportbekleidung teil.

Die Master‑Studenten bekamen zunächst die Aufgabe, Sportler zu beobachten und mit ihnen in Kontakt zu treten, um Informationen zu sammeln: Daten zu den üblichen Routinen, zum Training, zu ihrer Motivation und zum Messen ihrer Leistung. Aufgrund dieser Beobachtungen entwickelten die Studenten Ideen für elektronische Sportbekleidung, die die Sportler unterstützt. Die Ideen wurden dann in den Workshop eingebracht, wo Modedesigner mit einem Team von Elektronik‑Absolventen der benachbarten National Taiwan University zusammenarbeiteten und die Ideen zum Leben erweckten. Die beiden Studentengruppen kommen aus extrem unterschiedlichen Gebieten, und diese Aufgaben katapultierten sie in Bereiche ausserhalb ihrer Komfortzonen. Beispielsweise verfügen sie kaum über gemeinsames technisches Vokabular. Ingenieure verwenden Begriffe wie Operationsverstärker, Stromversorgung und Mikrocontroller, während Designer über Schnittmuster, Drapieren und Abnäher sprechen. Relativ früh im Workshop wurde daher das Augenmerk darauf gelegt, dass die Modedesigner und Ingenieure miteinander kommunizierten und begannen, über die praktische Umsetzung ihrer Ideen nachzudenken.

In der zweiten Hälfte des Workshops nahmen die Ideen als Prototypen Form an. Beispiele sind: eine Jacke, die im olympischen Schiesssport Rückmeldung zur Haltung und Armstabilität gibt, ein Basketball‑Trikot, das jubelt, wenn der Spieler einen Wurf versenkt, Schuhe, die die Trittfrequenz und Fussstellung beim Radfahren messen, und das Oberteil einer Tänzerin, das Feedback zur Armposition liefert. Es war zwar nicht geplant, aber aus diesen zahlreichen Projekten erwuchs ein gemeinsames Thema: vernetzte Sportbekleidung. Für die aktuelle Generation scheint es selbstverständlich zu sein, ihre Bekleidung mit einem Smartphone verbunden zu wissen. Mit Bluetooth Low Energy konnten viele der Sportkleider über eine einfache App auf einem Telefon konfiguriert werden, beispielsweise, um ein Tempo vorzugeben, das in Fahrradsocken integriert wurde, oder eine triumphierende LED‑Lichtfolge auf einem Basketball‑Trikot nach einem erzielten Dreier abzuspielen. Die Apps könnten auch mit Hilfe von Bluetooth Low Energy Daten von den Kleidungsstücken empfangen und anzeigen, beispielsweise, um eine Rückmeldung zu geben, ob eine Tanzhaltung richtig ist oder auf welche Höhe ein Spieler gesprungen ist.

Früher Prototyp eines Oberteils, das über LEDs Rückmeldung zur Haltung gibt
 


Mitten drin – im ernsthaften Debugging

Da der Workshop in den Masterstudiengang an der Shih Chien University integriert ist, präsentierten die Studenten am Abschlusstag ihre Arbeiten drei Prüfern. Es wurde ein wenig stressig, als in letzter Minute einige Reparaturen an unterbrochenen Kabeln erforderlich waren. Alle Teilnehmer schafften es jedoch, funktionierende Prototypen und gute Präsentationen zu zeigen.  

Als die Anspannung durch die Prüfung nachliess, hatten wir Zeit, umfassendere Vorstellungen von Kleidern zu erörtern, die von passiven zu aktiven Elementen werden und demjenigen, der sie anhat, Rückmeldung geben, um seinen Sport oder andere Aktivitäten effektiver auszuüben oder einfach nur um mehr Spass zu haben. Dieser Wandel kommt sicher, denn Sensoren, Mikroprozessoren und Wireless‑Kommunikationsgeräte werden kleiner, energieeffizienter und integrierter.

Ich persönlich würde es sehr begrüssen, wenn man in die Kleider von Jugendlichen einen Mechanismus einbauen könnte, der Nachrichten an das Telefon des Eigentümers schickt, wenn Kleider auf dem Boden des Schlafzimmers herumliegen, um sie ans Aufräumen zu erinnern. „Kleider, die sich beklagen“: Das wäre einmal eine ganz neue Facette des IoT (Internet of Things).

Die Jacke für den Schiesssport in Aktion, die ihrem Träger Rückmeldung gibt

Der Workshop wurde von u‑blox unterstützt, um das Elektronikverständnis zu erweitern und das Potenzial für die Erstellung neuer und innovativer Produkte der Zukunft zu verstehen.

Video von Studenten des gesamten Workshops ansehen:

Videos von zurückliegenden Workshops finden Sie hier.