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11 Dinge, die Sie wahrscheinlich nicht über u-center wussten

u-center KML export Google Earth

Ursprünglich war unsere interne GNSS‑Analysesoftware u‑center zunächst für unseren Hausgebrauch gedacht. Wir konnten ja nicht ahnen, dass u‑center sich letztendlich zum De Facto‑Industriestandard für die Analyse von GNSS‑Empfängerdaten auf MS Windows®-Betriebssystemen entwickeln würde. Inzwischen sind sechzehn Jahre vergangen und u‑center wird immer noch mit neuen Funktionen ausgestattet, was hauptsächlich an der rasanten Entwicklung von GNSS‑Empfänger‑Hardware liegt.

Im Wesentlichen bietet u‑center GNSS‑Experten, Forschern, Studenten und Mitgliedern der Maker Community eine Möglichkeit, GNSS‑Signale zu verstehen. Es macht sie durch Tabellen und Dialoge verständlich, aber veranschaulicht sie auch visuell, z. B. auf Karten und in Diagrammen. u‑center kümmert sich auch um die Zahlenverarbeitung bei der Berechnung von Statistiken und anderen Grössen, die aus den empfangenen Daten abgeleitet werden können. Es ermöglicht den Benutzern, den gesamten eingehenden GNSS‑Datenstrom während einer Testfahrt aufzuzeichnen und im Labor zur Fehlerbehebung wiederzugeben. Und es erleichtert ihnen das Abrufen und Analysieren von Daten in einer Vielzahl von Formaten.

Wir führen den Erfolg von u‑center auf seine Offenheit, seine Flexibilität und die Tatsache zurück, dass es seit weit über einem Jahrzehnt mit den technologischen Entwicklungen Schritt hält. Die Software wurde nicht auf die GNSS‑Empfänger‑Suite von u‑blox beschränkt. Stattdessen wurde u‑center vom ersten Tag an so konzipiert, dass es mit GNSS‑Empfängern aller Marken arbeitet. Dazu unterstützt es das standardbasierte NMEA‑Protokoll. Die vom GNSS‑Empfänger erzeugten Daten können beliebig mit Parsing zerlegt, ausgelesen, extrahiert, exportiert, geplottet und analysiert werden. Und weil wir für die interne Forschung und Entwicklung davon abhängen und die Software daher regelmässig aktualisieren, folgt sie dem neuesten Stand der GNSS‑Empfängertechnologie.

In diesem „Listicle“ haben wir einige der weniger bekannten Funktionen von u‑center für Sie zusammengestellt. Selbst wenn Sie die vollständige Dokumentation von u‑center online durchgelesen haben oder die Software häufig im Einsatz haben, erfahren Sie hier vielleicht das eine oder andere über die Software, das Sie noch nicht wussten.

1: Zuerst ein paar Statistiken

u‑center begann als Hochschulprojekt und befindet sich seit über 16 Jahren in der Entwicklung. Insgesamt haben weit über hundert Leute dazu beigetragen, es mit Dutzenden von Releases (ca. vier Releases pro Jahr) zur Verfügung zu stellen. Bei Abfassung dieses Textes befanden wir uns bei Release v8.27. Und jeden Monat wird die Software, die aus über einer halben Million Codezeilen besteht, weiterhin von Tausenden von Entwicklern heruntergeladen.

Nebenbei bemerkt: u‑blox hat auch eine ähnliche hauseigene Software für Tests ihrer Kurzstrecken- und Mobilfunkprodukte entwickelt und pflegt diese.

2: Kopieren/Einfügen

Es klingt naheliegend, aber Sie haben es vielleicht einfach noch nicht ausprobiert. Mit der einfachen Tastenkombination Strg‑C – Strg‑V können Sie bei u‑center Tabellen, Diagramme, Histogramme, Landkarten und andere Inhaltsarten für Präsentationen oder zur weiteren Analyse in andere Programme exportieren.

3: Leistung Ihrer Antenne mit Sky View beurteilen

u‑center GNSS‑Evaluierungssoftware - Sky ViewMit der Sky View‑Funktion von u‑center können Sie die Stärke des eingehenden GNSS‑Signals messen, um die Satellitenbeobachtungsumgebung zu beurteilen. Durchschnittliche relative Satellitensignalstärken werden in einem Polardiagramm dargestellt, wodurch mögliche Hindernisse verdeutlicht werden, die den Satellitenempfang beeinträchtigen könnten. Alternativ bietet Ihnen Sky View eine schnelle und einfache Möglichkeit, die Leistung Ihrer Antenne zu testen. Wenn es keine Hindernisse gibt und trotzdem die durchschnittliche Signalstärke anhaltend niedrig ist, so deutet dies auf eine schwache Antennenleistung für eine bestimmte Höhe und ein bestimmtes Azimut hin.

4: Mehrwege‑Effekte auf Ihrem Empfänger beurteilen

Beeinträchtigen Mehrwege‑Effekte die Leistung Ihres GNSS‑Empfängers? Mit u‑center können Sie Ihren Empfänger in der Praxis testen. Sie können dadurch herausfinden, wie er reagiert, wenn Satellitensignale von Gebäudewänden, dem Boden oder nahegelegenen Bergen abprallen.

5: Videoaufzeichnung bei Feldversuchen

Mit einer Webcam und „Camera View“ können Sie bei Praxistests Bilder aufnehmen und die Bilder mit Geotags in Ihre Log‑Datei einfügen. Zurück im Labor können die visuellen Informationen nützlich sein, um Störungen beim ankommenden GNSS‑Signal oder Ungenauigkeiten in der ermittelten Position zu aufzudecken.

6: Korrekturdaten für Positionierung mit hoher Präzision

Mit u‑center können Sie RTCM‑Korrekturdatenströme testen, um die Positionierungsgenauigkeit von GNSS‑Empfängern von u‑blox zu verbessern. Sobald neue Funktionen in unseren Produkten verfügbar werden, wird u‑center erweitert und entsprechend angepasst.

7: Ihren Empfänger über das Internet überwachen

Wenn Sie GNSS‑Daten von vernetzten Empfängern aus der Ferne überwachen müssen, können Sie mit u‑center Daten über einen Netzwerk‑Stream visualisieren. Konfigurieren Sie u‑center einfach auf dem Computer, der mit Ihrem GNSS‑Empfänger verbunden ist, als TCP‑Server, indem Sie im Menü „Receiver“ die Option „TCP Server“ auswählen. Sie können sich dann mit Hilfe von u‑center von einem anderen Computer über das Internet mit ihm verbinden (Receiver -> Port -> Network connection -> New). Dies kann sich als nützlich erweisen, wenn sich Ihr GNSS‑Empfänger weit von Ihrem Computer entfernt befindet oder wenn Sie nicht am selben Ort arbeiten wie Ihr Entwicklungsteam, d. h. ein Remote‑Mitglied sind.

8: Auf u‑blox Dienste und die neueste Firmware zugreifen

u‑center bietet direkten Zugang zu Dienstleistungen von u‑blox. AssistNow™ ist ein derartiger Dienst. Sie erhalten damit eine erste Positionsbestimmung in Sekundenschnelle, indem die Daten zur Position der GNSS‑Satelliten über drahtlose Netzwerke oder das Internet heruntergeladen werden. Selbst bei schwachen Signalbedingungen, bei denen es sonst ewig dauern würde, Ephemeridendaten herunterzuladen, hilft Ihnen AssistNow, schnell eine genaue Positionsbestimmung zu erhalten.

Zusätzlich können Sie mit u‑center die Firmware Ihrer GNSS‑Empfänger von u‑blox aktualisieren.

9: Ihre Position in Google Earth visualisieren

Mit u‑center können Sie Ihre Sitzungsdaten einfach als KML‑Datei exportieren. Damit ist eine Anzeige in Google Earth möglich. Dazu wählen Sie im Menü „File“ die Option „Database Export“ und anschliessend die gewünschte Option.

10: Mit Nachrichten experimentieren

Die Anzahl der Nachrichten zwischen u‑center und dem GNSS‑Empfänger kann schlicht und einfach überwältigend sein. Wenn Sie sich durch den Nachrichtendialog („Message View“) klicken, können Sie auf Nachrichten gemäss dem NMEA‑Protokoll oder dem u‑blox eigenen UBX‑Protokoll zugreifen. Sie können auch unbekannte Nachrichten zum Debuggen aufstöbern und massgeschneiderte Nachrichten an Ihr Gerät senden. Mit regulären Ausdrücken können Sie die Nachrichten leicht durchsuchen und nach Nachrichten filtern, die bestimmten Kriterien entsprechen.

11: Besseren Support erhalten

Wenn Sie Probleme mit einem Positionierungsmodul von u‑blox haben, so ist der Support immer nur ein paar Klicks entfernt. Sie können unserem Support‑Team bei der Diagnose Ihres Problems helfen, indem Sie ihm eine detaillierte Log‑Datei direkt aus u‑center schicken. Um eine Log‑Datei zu erstellen, klicken Sie auf das Symbol zum Aufzeichnen und wählen „Debug Messages“ im Menü „Receiver“.  Der Support von u‑blox stützt sich auf die von Ihnen zur Verfügung gestellten Informationen. Ach ja, und wenn Sie mit der Aufzeichnung Ihrer Log‑Datei beginnen, drücken Sie unbedingt „yes“ im daraufhin erscheinenden Dialogfeld, um die Konfiguration Ihres GNSS‑Empfängers in die Log‑Datei aufzunehmen.